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Kurzbeschreibung
Afrikanische Hausschlangen sind klein bleibende Nattern, die fast in ganz Afrika vorkommen. In Sandwüsten sind sie nicht anzutreffen. Zur Zeit (2012) werden in vier Gattungen, 14 Arten zugerechnet. Die braune Hausschlange war früher unter dem Namen Boaedon fuliginosus und später dann als Lamprophis fuliginosus bekannt.
Beschreibung:
Weibchen erreichen eine Gesamtlänge von etwa einen Meter und sind auch
kräftiger als die Männchen. Diese werden nur halb so dick und sind mit 60-80
cm ausgewachsen. Die Farbe reicht von Dunkelbraun bis Hellbraun, wobei die
heller gefärbten Tiere nicht selten eine Fleckenzeichnung im vorderen
Drittel aufweisen. Charakteristisch ist der helle Streifen rechts und links
am Kopf. Es gibt aber auch Exemplare, bei denen der Streifen bis fast zur
Körpermitte führen kann. Braune Hausschlangen sind nachtaktiv, werden aber
auch bisweilen während des Tages beim Sonnen angetroffen. Es sind ruhige
Schlangen, die nur sehr selten beißen. Bei einem ruhigen Hantieren beißen
sie normalerweise nicht zu, Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel!
Hausschlangen fressen Mäuse und sind daher auch recht einfach zu pflegen.
Den Trivialnamen Hausschlange hat sie erhalten, weil sie sehr häufig in der
näheren Umgebung und auch innerhalb von Häusern angetroffen wird. Viele
Menschen haben vor Schlangen Angst, und so werden sie häufig erschlagen. Als
Mäusefresser sind sie bei jenen beliebt, die sie als ungiftige Nattern
kennen, und so können sie in der Nähe des Menschen überleben. Zum Glück gibt
es in vielen Teilen Afrikas mittlerweile Aufklärungsteams, die durch ihr
Land ziehen und nicht nur Bilder zeigen und Wissen vermitteln, sondern auch
mit lebenden Exemplaren Anschauungsunterricht betreiben.
Haltung:
Die Haltung von Hausschlangen ist recht einfach, da sie keine speziellen
Anforderungen an Luftfeuchtigkeit oder Temperaturen stellen. Das Becken
sollte die Maße 80 x 40 x 40 cm (LxTxH) nicht unterschreiten, besser sind
größere Terrarien, etwa 100 x 40 x 50 cm (LxTxH). Boaedon fuliginosus
sind keine Kletternattern, was nicht bedeutet, dass es im Becken keine Äste
zu geben braucht. Hier und da ist sie auch im oberen Bereich anzutreffen, da
es hier durch die Beleuchtung am wärmsten ist. Die Temperaturen sollten
nachts nicht unter 18-20°C sinken und am Tage um 25-28°C liegen. Lokal kann
noch ein Spotstrahler für einen Wärmeplatz benutzt werden, an dem dann rund
35°C herrschen können. Eine Korkröhre zum Verstecken und ein Wassergefäß
runden die Ausstattung des Terrariums ab. Für die Optik und die
Luftfeuchtigkeit sollte man auch eine Rankenpflanze (z.B. Philodendron)
im Becken platzieren. Ich halte meine Tiere einzeln, da es bei Boaedon
fuliginosus keine spezielle Jahreszeit für die Paarung gibt. Ansonsten
kann man mehrere Gelege im Jahr erhalten, und es kann sehr schnell eng
werden mit dem Platz für Aufzuchtbecken!
Vermehrung und Aufzucht:
Nach der Kopulation dauert es nicht ganz zwei Monate, bis ein Gelege
abgesetzt wird. Dieses kann 7-13 Eier umfassen. Nach weiteren zwei Monaten
im Inkubator, bei 25-28°C, schlüpfen dann die recht kräftigen Jungtiere. Im
Aussehen gleichen sie bereits ihren Eltern. Schlüpflinge können schon bis zu
15 cm lang sein und bereiten selten Probleme bei der Aufzucht, da sie schon
Babymäuse als Futter annehmen. Selten gibt es Futterverweigerer, was jedoch
immer wieder einmal vorkommen kann. Füttern sollte man die kleinen Schlangen
stets einzeln, da sie sehr futtergierig sind. Bei unbeaufsichtigten
Fütterungen kann es somit passieren, dass ein Jungtier ein anderes mit
frisst. Dies wird gerne als "Unfall" beschrieben; es handelt sich aber um
einen Haltungsfehler! Die weitere Aufzucht bereitet keine Schwierigkeiten.
Literatur
Branch, B. (1998): Field Guide to Snakes and other Reptiles of Southern Africa - Struik Publ. Ltd. (Cape Town), 399 pp.
Hermann, R. (1989): Lamprophis aurora
(Linnaeus
1754), eine selten gehaltene Hausschlange. -
SAURIA 11 (3): 25-30
Hermann, R. (1989): Lamprophis fuliginosus (Boie
1827) – Die Afrikanische Hausschlange. - SAURIA (Berlin) Suppl., 11 (1):
3-8.
Hermann, R. (1991): Seltene Hausschlangen
Südafrikas. Teil 1 Lamprophis fuscus Boulenger 1893 und
Lamprophis guttatus (Smith 1843). -
SAURIA(Berlin) 13 (2) 1991:
25-30
Hermann, R. (1993): Seltene Hausschlangen
Südafrikas. Teil 2. Lamprophis inornatus (Duméril, Bibron & Duméril, 1854)
und Lamprophis swazicus Schaefer, 1970. -SAURIA (Berlin) 15 (4): 3-8
Kelly, C., W. Branch, D. Broadley, N. Barker, M. Villet (2010)
- Molecular systematics of the African snake family Lamprophiidae
Fitzinger
1843 Serpentis, Elapoidea, with particular ocus on the genera Lamprophis
Fitzinger 1843 and Mehelya Csiki 1903 - Mol. Phylogenet. Evol.
doi:10.1016/j.ympev.2010.11.010, 1-12pp
Kriton, K. (2006): Die Gestreifte Hausschlange
(Lamprophis lineatus). - Natur und Tier Verlag (Münster), 64 pp.
Vidal, N., W. Branch, O. Pauwels, S. B.Hedges, D. Broadley, M. Wink, C.
Cruaud, U. Joger & Z. T. Nagy (2008) - Dissecting the major African snake
radiation, a molecular phylogeny of the Lamprophiidae Fitzinger (Serpentes,
Caenophidia), Zootaxa 1945, 51–66pp
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Andreas S. Schillert,
Dasypeltis[ät]fasciata.de, www.Dasypeltis.com,
www.flickr.com/groups/skink-skinks-scincidae
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