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Cunninghams Stachelskink Egernia cunninghami

 

Cunninghams Stachelskink Egernia cunninghami

Kurzbeschreibung

Cunninghams Stachelskinke zeichnen sind durch eine besonders starke Kielung ihrer Schuppen auf Rücken, Flanken und Schwanz aus. Das Verhältnis von KRL zu SL ist etwa gleich, sie haben gut ausgebildeten Gliedmaßen. Maximale Gesamtlänge 43-45 cm (SCHÄFER 1999), meisten jedoch 35-40 cm GL. Sie weisen 36-44 Schuppenreihen um die Körpermitte auf. Die recht kurzen, kräftig entwickelten Gliedmaßen haben je fünf Zehen mit stark gebogenen Krallen. Ausgewachsene Stachelskinke wiegen nach HAUSCHILD & GAßNER (1995) bis zu 300 g. Grundfärbung ist graubraun, seltener hellgrau bis olivbraun, schwärzlich oder rötlich Braun. Rücken und Flanken werden von unregelmäßigen schwarzen und hellen, manchmal fast weißen Bändern durchzogen. Die Lippenschilde sind heller und häufig weiß gefleckt. Kehlregion und Bauchseite gewöhnlich cremefarben, oft eine schwarze Längslinie über den Bauch. Bei der Geburt ist die Rückenseite aller Jungen generell dunkler gefärbt als diejenige der entsprechenden Elterntiere. Man kann das Geschlecht äußerlich erst sicher feststellen kann, wenn sie ausgewachsen und geschlechtsreif sind (ab dem 3. Jahr). Der Südosten Australiens ist die Heimat von Cunninghams Stachelskink. Das Klima ist mit dem der nördlichen Mittelmeerländer vergleichbar, d. h., es herrschen warme und trockene Sommer sowie kurze, milde, oft feuchte Winter. Vornehmlich ein Bewohner von Felsspalten im Flach- und Hügelland, vor allem auf Basalt-, Granit- und Sandsteinformationen siedeln sie in größeren Kolonien. 

Laut der Haltungsrichtlinien sollte das Terrarium für ein Pärchen mindestens 6 x 4 x 3 (B x T x H in KRL) aufweisen, also 138 x 92 x 69 cm aufweisen. Bei einer Gruppenhaltung sollten dann für jedes weitere Exemplar 15 % der Grundfläche (= 0,19 m2) zugerechnet werden. Aufgrund der insgesamt recht trockenen Haltung können außer den bevorzugten Glasbecken problemlos auch Terrarien aus Holz, mit ausreichenden Belüftungsflächen Verwendung finden


 

Cunninghams Stachelskink Egernia cunninghami 

 

Als Bodengrund finden Sand, Baukies oder auch ein Sand/Lehm-Gemisch Verwendung. Die Hitze der HQL-Lampen reicht meist aus, um das Terrarium entsprechend aufzuwärmen. Die Temperaturen sollten am Tage zwischen 25° und 28° C betragen. Punktuell unter den Strahlern können bis zu 40° C erreicht werden. Während der Nacht reichen Zimmertemperaturen aus, d. h. zwischen 16 und 20° C. E. cunninghami eignet sich gut für eine zeitweise Freilandhaltung. Egernia cunninghami frisst sowohl tierische Nahrung wie Gliederfüßer und Fleisch als auch Vegetarisches wie Obst und Gemüse. Bei einseitiger Ernährung können unterschiedliche Mangelsymptome und -krankheiten auftreten, wie z. B. Leberverfettung oder Nierenschädigungen. Der tierische Anteil der Nahrung ausgewachsener Stachelskinke sollte jedoch nur 40 %, besser noch ist 30 % betragen. Die Stachelskinke unterliegen in ihrer Heimat einem deutlichen Jahresrhythmus, und deshalb muss ihnen auch im Terrarium unbedingt eine Winterruhe geboten werden. Die Winterruhe für erwachsene Tiere wird ab Dezember bis Februar durchgeführt. Ab Ende März bis Ende April kommt es vermehrt zu Paarungen, im Juli/August werden die Jungen geboren. Auch eine etwas kürzere Winteruhe von ein bis maximal zwei Monaten ist erfolgreich (HAUSCHILD & GAßNER 1995). Eine Trächtigkeit ist den ohnehin massigen Weibchen meist nicht anzusehen, ihre Tragzeit dauert etwa 120 Tage. Dann werden (Abhängig vom Alter und Größe des Weibchens) 3-8 Jungtiere, meist 4-5 (GL 120-130 mm), abgesetzt. E. cunninghami vermehrt sich generell nur einmal jährlich, gleich wie gut sie gefüttert werden oder welches Alter die Weibchen aufweisen. Sie können ein Höchstalter von fast 30 (!) Jahren erreichen. Die ältesten von mir gepflegten Skinke befinden sich 2007 in ihrem 18. Lebensjahr, vermehren sich regelmäßig und zeigen keinerlei Anzeichen für eine Vergreisung.

 

 

Literatur

HAUSCHILD, A. & P. GAßNER (1995): Skinke im Terrarium. -- Landbuch Verlag, Hannover, 197 S.


SCHÄFER, C. (1999): Egernia cunninghami (GRAY, 1832). -- SAURIA, Suppl., 21 (3): 471-474.


SCHÄFER, C. & W. GROSSMANN (2006): Cunninghams Skink Egernia cunninghami. -- Münster, Art für Art, Terrarienbibliothek (Natur und Tier-Verlag GmbH), 64 S.

 

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CHRISTIAN SCHÄFER

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