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Hardun Laudakia - stellio picea

Hardun laudakia

Kurzbeschreibung

ILaudakia stellio picea ist die kleinste Unterart der Schleuderschwanzagamen oder auch Hardune der Art Laudakia stellio. Die Heimat der Tiere erstreckt sich über Südwestsyrien, Nordwestjordanien, Südlibanon sowie Nordisrael. Sie erreichen eine Gesamtlänge von ca. 22 - 25 cm bei einer Kopf-Rumpf-Länge von ca. 12 cm. Die Agamen haben eine dunkle, oftmals fast schwarze Grundfärbung, die gelben oder orangefarbigen Flecken sind auf dem Rücken oft in angedeuteten Querbändern angeordnet. Die Bauchseite ist bei weiblichen Tieren hellbeige bis fast weiß, die Männchen sind hier dunkel gefärbt. Als weiteres Merkmal zur Geschlechtsunterscheidung haben männliche Tiere auf dem Bauch eine Hautfalte, die kurz über der Kloake beginnt und bis über die Mitte des Bauches reicht. Während der Paarungszeit können die Männchenan den vorderen Extremitäten und den "Schultern" eine stahlblaue Färbung zeigen.  Trotz ihrer geringen Größe benötigen die agilen Echsen recht geräumige Trockenterrarien. Für ein Pärchen würde ich Beckenmaße von 120 x 60 x 80 cm (B x T x H) als untere Grenze ansehen, wenn auch die allgemeinen Haltungsrichtlinien darunter liegen. Die Schleuderschwanzagamen werden sich mit ihrem interessanten Verhalten für großzügige Beckenmaße bedanken. Wichtig ist besonders die felsige Gestaltung der Rückwand, die der Hauptaufenthaltsort ist. Einige Kletteräste und ein Trinknapf vervollständigen die Einrichtung. Als Bodengrund wird Sand verwendet, den man mit Lehm mischen kann, um für die Eiablage ein grabfähiges Substrat zu schaffen.

Hadun

 

Besondere Bedeutung ist der Beleuchtung des Beckens dieser sonnenhungrigen Echsen zuzumessen. Um die nötige Helligkeit zu erreichen, eignen sich besonders HQI-Strahler und T5-Röhren, mittels Spotstrahlern werden Sonnenplätze geschaffen, die eine Temperatur von bis zu 60° C aufweisen können. Die Grundtemperatur im Becken sollte zwischen 24 und 30° C betragen. Auch müssen die Tiere regelmäßig mit UV-Licht bestrahlt werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte 30 - 40% betragen, so dass es ausreichend ist, das Terrarium 1 - 2 mal die Woche zu überbrausen. Bei ausreichender Behältergröße kann Laudakia stellio picea in Gruppen gepflegt werden, wobei jedoch nur ein Männchen pro Terrarium möglich ist. Als Ideal würde ich Gruppen von 1,2 oder 1,3 ansehen. Die Ernährung besteht aus den gängigen Wirbellosen, wobei besonders bei trächtigen Weibchen auf eine ausreichende Supplementierung zu achten ist, um den Vitamin- und Mineralstoffbedarf zu decken. Auffällig ist, dass lieber kleinere Insekten gefressen werden. Auch pflanzliche Nahrung wird hin und wieder angenommen. Für eine erfolgreiche Vermehrung sollte auf jeden Fall eine 6 bis 8-wöchige Winterruhe eingehalten werden. Bald nach Beendigung der Winterruhe beginnen die Paarungsaktivitäten. Nach heftigen Liegestützen durch das Männchen erfolgt die Paarung in typischer Manier durch Ansetzen des Nackenbisses. 

Nach einer Trächtigkeit von ca. drei bis vier Wochen vergraben die Weibchen bis zu 8 weichschalige Eier im Bodengrund, hierfür sollte ein Bereich des Terrariums etwas feucht gehalten werden. Die Eier werden geborgen und in leicht feuchtes Brutsubstrat (z. B. Vermiculit) ungefähr zur Hälfte eingebettet. Bei einer Zeitigungstemperatur von ungefähr 29° C schlüpfen die Jungtiere nach ca. 60 Tagen. Die Aufzucht der Jungtiere ist im Allgemeinen problemlos. Im Aufzuchtterrarium werden die gleichen klimatischen Bedingungen wie bei den Adulti geboten, lediglich sollte etwas häufiger gesprüht werden, da besonders sehr junge Hardune oftmals zu wenig Flüssigkeit aufnehmen.

Die Geschlechtsreife setzt nach ungefähr einem Jahr ein. Alle Agamen der Art Laudakia stellio stehen unter besonders strengem Schutz gemäß der europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie sowie der Bundesartenschutzverordnung. Die einschlägigen Meldevorschriften sind bei der Haltung von Hardunen zu beachten.

 

Literatur

LIEKMEIER, M. & T. TACHWALY (2006): Kleine Agamen ganz groß - Laudakia stellio picea (Parker 1935) (Reptilia: Squamata: Agamidae) im Terrarium. IGUANA-Rundschreiben 19 (2): 16 - 23, Rheinberg (DGHT)


CHILDRESS, J. R. (1970): Observations of the reproductive cycle of Agama stellio picea. Herpetologica, 26: 149-154


MANTHEY, U. & N. SCHUSTER (1992): Agamen. Münster, Herpetologischer Fachverlag, 120 S.

 

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PETER FRITZ

 

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